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Studien
aus dem Projekt "Qualitätsmanagement der langzeitigen parenteralen Ernährung im Kindes- und Jugendalter" des Instituts für Ernährungswissenschaft der Justus Liebig Universität Giessen
   
Die orale/enterale Nährstoffzufuhr von langzeitig parenteral ernährten Kindern
und Jugendlichen

Ergebnisse der Studie von Katja Kunz,

Erscheinungsjahr 2005

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Kinder und Jugendliche, die einer langzeitigen parenteralen Ernährung bedürfen, sollten immer versuchen auch auf "normalem" Wege durch essen (oral) oder Versorgung über
eine Ernährungssonde (enteral) Nährstoffe aufzunehmen. Das ist wichtig um die Zellen
des (Rest-)Darms mit Nährstoffen zu versorgen und so gesund wie möglich zu erhalten.

Wie viel aber der Anteil der auf diesem Wege (oral oder enteral) aufgenommenen Nährstoffe an der Gesamtversorgung des Kindes ausmacht, war bisher völlig unklar.
An der 2005 erstmals durchgeführten Studie zum Beitrag der oralen/ enteralen Nährstoffversorgung von langzeitig parenteral ernährten Kindern haben insgesamt
14 KISE Familien teilgenommen. Das Alter der Kinder reichte von 5 Monaten
bis zu 15 Jahren. Dreizehn Kinder nahmen zusätzlich zu Ihrer parenteralen Ernährung
auch oral/enteral Nährstoffe auf, ein Kind wurde ausschließlich parenteral ernährt.
Die Eltern bekamen einen Eingangsfragebogen und füllten ein 3-Tage-Ernährungs-
protokoll aus.

Bei der Auswertung der gewonnenen Daten zeigte sich, dass die Mehrzahl der Kinder
ein vermindertes Längenwachstum aufwies (im Durchschnitt -2 Standardabweichungen (SDS)). Beim Körpergewicht lies sich durchschnittlich -1,3 SDS im Kollektiv nachweisen, d.h. die Kinder sind etwas leichter als der Durchschnittswert gesunder Kinder.

In der statistischen Auswertung lies sich eine positive Beziehung zwischen der oralen/enteralen Energiezufuhr und dem Längenwachstum feststellen. Das bedeutet
je mehr die Kinder an Energie über den Magen-Darm-Trakt zuführten, desto größer
waren sie. Zwischen der parenteralen Energiezufuhr und dem Längenwachstum ließ
sich dieser Effekt nicht zeigen!

Dabei ist natürlich zu berücksichtigen, dass Kinder, die mehr oral/enteral zu sich nehmen können auch evtl. über mehr Restdarmlänge und somit Resorptionsfläche verfügen,
oder von ihrem gesamten Krankheitsbild bessere Voraussetzungen mitbringen als andere, weniger essende Kinder.

Beim Zusammennehmen der oralen/enteralen und der parenteralen Energiezufuhr und
dem Körpergewicht lies sich ebenfalls kein Zusammenhang darstellen. Des Weiteren
wurde die Deckung der Energiezufuhrempfehlungen (Referenzwerte für gesunde Kinder) betrachtet. Hierbei stellten wir fest, dass 3 Kinder ihren Energiebedarf bereits über die parenterale Ernährung voll deckten, 3 Kinder dies (theoretisch) schon mit der oral/enteral aufgenommenen Nahrung taten. Fünf Kinder bekamen immerhin aus der Summe von oral/enteral und parenteral genügend Energie, aber 3 Kinder waren selbst mit der Summe energetisch unterversorgt! Bei der Lebensmittelauswahl war eine große Beliebtheit von Milchprodukten, Fleisch- und Wurstwaren er erkennen, wo hingegen Gemüse und vor
allen Dingen Obst nur sehr wenig verzehrt wurden. Dies mag an der schlechteren Verträglichkeit roher/frischer Ware und dem höheren Elektrolyt-Bedarf der Kinder liegen. Fazit der Studie war, dass die orale/enterale Nahrungszufuhr durchaus in einem positiven Zusammenhang mit dem Wachstum stehen kann. Dies untermauert noch einmal die Wichtigkeit der oralen Nahrungszufuhr auch für Kinder, die einen Großteil ihrer benötigten Energie parenteral zuführen müssen. Weitere und vor allen Dingen größere Studien sind nötig, um diese Tendenzen eindeutig belegen zu können.
 
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